09 December 2011

Michael Brecht wins Leibniz Prize 2012!

Mind & Brain faculty member wins most important German science prize for his pioneering work in neurobiology

Press release Humboldt-Universität zu Berlin:

Prof. Dr. Michael Brecht, Wissenschaftler am Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience und der Humboldt-Universität zu Berlin erhält den renommierten, mit 2,5 Millionen Euro dotierten, Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) 2012. In der Begründung der DFG heißt es: „Der Leibniz-Preis für Michael Brecht ehrt einen Wissenschaftler, der mit originellen Forschungsansätzen und innovativen Techniken Pionierarbeit in der Neurobiologie geleistet hat.“

"Ich freue mich unglaublich über diese Auszeichnung und bin der Meinung, dass die Ehrung die Erfolge und Leistungen unseres ganzen Teams würdigt. Ich bin sehr dankbar für die ausgezeichneten Arbeitsbedingungen, die großartigen Kollegen und die breite Unterstützung der neurowissenschaftlichen Forschung in Berlin. Die Preisgelder möchten wir verwenden, um besser zu verstehen, wie Nervenzellen komplexe Verhaltensweisen steuern", sagt der Preisträger Prof. Michael Brecht.
 
Prof. Michael Brecht ist seit 2006 Professor für Tierphysiologie an der Humboldt-Universität. Brechts Forschungsarbeiten, die weltweit zu beachteten Durchbrüchen und zahlreichen Publikationen in Nature, Science und Neuron geführt haben, befassen sich mit den neuronalen Grundlagen von Verhaltensleistungen. Er ist Pionier der „in vivo whole-cell“ Technik, mit der einzelne Nervenzellen im intakten Gehirn mit höchster Genauigkeit untersucht werden können. Spektakulär ist die Analyse einzelner Neurone bei freilaufenden Nagetieren. In den vergangenen Jahren hat er dieses Verfahren weiter verfeinert und vereinfacht, so dass es jetzt auch sehr effizient zur Identifikation von Zellen aus freilaufenden Tieren eingesetzt werden kann.

„Wir gratulieren Professor Brecht und freuen uns mit ihm über diesen herausragenden Preis. Es ist auch eine Auszeichnung für die Humboldt-Universität, die exzellente Bedingungen gerade für interdisziplinäre Forschung bietet. Diesen Weg der Gemeinschaftsforschung wird die Humboldt-Universität mit ihren Integrativen Forschungsinstituten auch weiter zielstrebig verfolgen“, sagt HU-Präsident Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz.

Es ist Michael Brecht als Sprecher des Bernstein Center for Computational Neuroscience (BCCN) gelungen, neue Brücken zur Physik und Mathematik der Berliner Universitäten zu schlagen und damit eine Verlängerung des BCCN zu erreichen. Michael Brecht ist als Vorstandsmitglied auch wesentlich beim erfolgreichen Aufbau des Exzellenzclusters Neurocure und der Fortsetzung des Sonderforschungsbereichs Theoretical Biology beteiligt. In der laufenden Runde der Exzellenzinitiative spielt er beim Aufbau des Integrativen Forschungsinstituts (IRI) für Lebenswissenschaften eine zentrale Rolle. In diesem Forschungsinstitut werden HU, Charité und das Max-Delbrück-Centrum (MDC) für molekulare Medizin gemeinsam eine neue, wissenschaftsadäquate Kooperationsstruktur schaffen, um so auf aktuelle Herausforderungen in den Lebenswissenschaften kreativ zu reagieren. „Im Rahmen dieser intensiven Zusammenarbeit freut es uns ganz besonders, dass mit Prof. Dr. Nikolaus Rajewsky auch ein Wissenschaftler des MDC mit dem Leibniz-Preis geehrt wird. Herr Rajewsky ist Direktor des Berliner Instituts für Medizinische Systembiologie, einer tragenden Säule des IRI Lebenswissenschaften, das in naher Zukunft in einem eigenen Gebäude auf dem Campus Nord der HU angesiedelt sein wird“, sagt Prof. Dr. Andreas Herrmann, Professor für Biophysik und designierter Sprecher des IRI für Lebenswissenwissenschaften.